Eintrag erstellt am 8. September 2011 von Angela Ruppert

Gedanken und Rückblicke
auf das Jahr 2010

 

Das Jahr 2010 war das europäische Jahr der Biodiversität.

Was versteht man darunter? Der Begriff der sich im Deutschen sehr hochtrabend anhört wird durch ausdeutschen auch nicht wirklich geschmeidiger, denn unter Biologischer Vielfalt ist auch noch nicht klar was man im Detail meint.

 

Kurzum man versteht darunter eine sehr komplexe Vielfalt, die neben den einzelnen Arten sich eben auch auf ihre Grundlagen bezieht. So versteht man darunter die Vielfalt eben der Arten, die Vielfalt der Lebensräume (natürliche und urbane), die Vielfalt der Gefüge zwischen und innerhalb der Populationen von Pflanzen und Tieren in ihrer Umgebung.

 

In diesem Gefüge spielen wir Menschen mittlerweile eine besondere Rolle, insbesondere trägt der Verantwortung, der mit den Resourcen dieser Biodiv. umgeht.

 

So verstehen wir unser Handeln als Landbewirtschafter bzw. Bauer als verantwortungsvoll im besonderen Maße.

 

Im Jahr 2001 hat man in Göteborg auf europäischen Niveau beschlossen, dass Artensterben bis 2010 zu stoppen.

 

Was für ein ehrgeiziger Beschluss. Im Jahr 2010 dem Jahr der Biodiv. hat man klargestellt, dass das Ziel nicht nur verfehlt wurde, sondern der Artenschwund noch nicht einmal nachhaltig gebremst werden konnte.

 

Man saß dann weltweit im japanischen Nagoya zusammen, um ein neues Artenschutzabkommen zu basteln, die europäische Version heißt jetzt: Europa 2020.

 

Wie so oft hat man erkannt, das eine politische Willenserklärung nur so stark ist wie das handeln des Einzelnen, heruntergebrochen auf meine Person kann ich diesen Zielen dienen, indem bei meiner Tätigkeit als Landwirt, ich mich auf die von Natur Gegebenheiten einstelle und diese so nutze, ohne auf Pump der nächsten Generation zu wirtschaften.

 

Selbst bei den Bürokraten in Brüssel wird bereits zwischen: Farming und Agrikultur unterschieden.

Übersetzt: Industrialisierte Landbewirtschaftung und nachhaltige Agrarnutzung (Bauer)

 

Wir verstehen uns als letzterer. So ist es uns ein Anliegen, alte Wirtschaftsweisen die nicht unbedingt ein Maximum an kurzfristigen Geldgewinn versprechen, aber dafür auch nicht lebenswichtige Resourcen wie Boden, Wasser oder Klima belasten wieder zu beleben.

 

Gerade Erfahrungen aus 5000 Jahre Landwirtschaft zeigen: Es gibt sehr stabile Landnutzungsformen mit einem hohen Grad an Gemeinwohlleistungen. Genauso wie Nutzungsformen der verbrannten Erde. Siehe Yokatan verlassen durch die Inkas, da die Böden und das Wasser übernutzt wurden.

 

Letzten Endes brauchen wir Energie in Form von Lebensmittel und Brennstoff. Diese gilt es der Umgebung (Habitat), in der wir uns befinden, abzuringen.

Das war vor 5000 Jahren so und ist es heute.

 

Unserer Auffassung nach wissen wir jedoch heute, dass wir dafür das Grundkapital nicht anfassen dürfen.

Die neuen Begriffe für altes Wissen heißen halt jetzt Ökobilanz und Nachhaltigkeit.

Wie hier ein Maisacker sich verhält, der auf ausgeräumter Flur der Erossion bis in den Juni ausgesetzt, bearbeitet mit fossilen Brennstoffen, behandelt mit Dünger aus fossilen Einlagerungen gespritzt mit Herbizieden und Pestizieden, um anschließend wieder mit Erntemaschinen auf Basis fossiler Brennstoffe geerntet zu werden, um daraufhin mit Überwindung etlicher Km verstromt zu werden, wobei 40% Abwärme an die Umgebung abgegeben wird wissen wir nicht.

Unser Gefühl läßt uns hier jedoch zweifeln.

 

Wir stürzen uns lieber auf gute Beispiele der 5000 Jährigen Landwirtschaftsgeschichte nutzen Lebensräume die sich in Ihrer Form als das darstellen was man Kulturlandschaft versteht.

 

Wir beweide Flächnen, deren natürlicher Ertragsfähigkeit dies hergibt ob mit Baum ob ohne in extensiver Form sprich ohne künstliche Düngergaben ohne chemische Bekämpfung von Konkurenzpflanzen oder Tieren.

Kurz wir partizipiere, spricnh wir nehmen unseren Platz als Nutzer ein, ebenso wie die Pflanzen und Tiere auf dem Standort wie er geboten wird und versuche ihn nicht schlechter zu verlassen als wir Ihn vorgefunden habe.

 

Dann sind wir uns wie ein alter Indianer sicher, dass wir nicht auf Pump der nächsten Generation leben. Was uns das gute Gefühl der Zufriedenheit verschafft, nach dem wir in unserem Alter suchen.

 

Wir mähen Schnittwiesen, ohne die Pflanzenzusammensetzung in eine bestimmte Richtung lenken zu wollen. Sei es mit Umbruch, Düngung oder Spritzen. Machen so unbelastet Heu um Futtermittel für unsere Tiere im Winter zu bekommen. Futtermittel für Menschen heißt Nahrungsmittel, die wir erzeugen wollen und ihren Namen wert sein sollen sobald sie auf dem Teller liegen.

Unsere Vorfahren haben dies außerhalb besonderer Notzeiten so gehalten und damit die heutige Kulturlandschaft geschaffen. Auch wenn es nur ein Abfallprodukt der gesellschaftlichen Nutzung der Güter war so hat man sie lieb gewonnen.

Auch wir sind Liebhaber dieser Kulturlandschaft, habe aber für uns erkannt, das dies nur durch eine nachhaltige Nutzung in einer ansehnlichen und lebenswerten Form möglich ist.

Interessanterweise zeigen sich diese, durch den Menschen extensiv und nachhaltig bewirtschafteten Flächen als Sekundärbiotope mit oft höheren Artenspektren als reine Naturlebensräume. Die Bewirtschaftung unserer Flächen haben wir deshalb mit der UNB abgestimmt. Die Biotopkartierung hat uns dabei sehr geholfen.

 

 

2010 wurden von uns ca.4 ha mit unseren Tieren beweidet.

 

Außerdem begannen wir die Flächen am Silberberg auf eine Beweidung vorzubereiten, bzw. konnten Jungziegen noch für ein paar Wochen die Entbuschung beginnen.

Ein Teil der Schlehen konnte schon entfernt werden und es sind Grasflächen sichtbar.

 

Weitere 2,5 ha werden 2011 neu dazugepachtet, hierbei handelt es sich um die Streuobstwiese in Ritzenfeld, die zu verbuschen droht.

 

Dies sind für 2011 die schwierigsten Arbeiten und Aufgaben.

 

Desweiteren dürfen ja die begonnenen Arbeiten nicht vernachlässigt werden.

Am besten ist dies in Wolfertsfeld und Kegelheim zu sehen. Auf diesen Flächen standen unsere Tiere jetzt zum zweiten Mal und umso ertfreulicher waren die ersten kleinen Erfolge, sichtbar durch eine Verdoppelung der Silberdisteln, Kratzdisteln und Herbstzeitlosen, sowie Funde von Büschelglockenblume und Franzenenzian.

Wir hoffen sehr dass auch ehmals vorkommende Orchideen in den nächsten Jahren wiedererscheinen werden.

 

In der Tierwelt sei das häufigere Vorkommen von Zauneidechsen und Blindschleichen erwähnt, bei den Vögel konnten Neuntöter mit ihren Jungen beobachtet werden.

 

Hier nutzen meiner Frau ihr Wissen als Kräuterführerin und Tierpflegerin.

Während ihrer Zeit, die sie auf den Weiden verbringt, dokumentiert sie Veränderungen und Beobachtungen.

 

Unsere Tiere sind meist alte, teils bedrohte Rassen, also keine Hochleistungstiere.

Die Herde hat sich von Anfangs 5 Ziegen und 2 Schafen nun deutlich vergrößert und so sind nun 23 Schafe und 16 Ziegen mit ihren Jungen und auch 3 Rinder der Rasse Hinterwälder in der Landschaftspflege tätig.

 

2011 werden wir Termine anbieten, an denen man unsere Tiere und deren Arbeit vor Ort besichtigen kann. Wir hoffen so ,auch weiteres Verständnis für unsere Landwirtschaft und den Erhalt der Magerrasenflächen zu erfahren und weiterzugeben.

 

Von vielen Seiten wurde uns 2010 bestätigt auf den richtigen Weg zu sein.

 

Und was erwarten wir uns noch ?

 

Hofräume zur Selbstvermarktung bzw. Verkauf ab Hof nutzen, nicht nur Schlachtlämmer und Felle am Ende des Weidejahres, auch Ziegenrohmilch, sowie Produkte aus der Natur, wie z.B. selbstgemachte Marmelade und Chuntneys aus Wildbeeren und Kräutern und verschiedene Liköre möchten wir in die Angebotsliste aufnehmen.

 

 

 

 

 


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